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Carlotta

2084

Kontakt: 3.Jahrtausend@gmx.net (Nur Hubbs, die im Betreff das Wort "Brombeere" stehen haben werden beachtet, andere Hubbs werden als Spam aussortiert.)



Eine Polit-Science-Fiction-Fortsetzungs-Soap-Novelle

2084
(Erstveröffentlichung - Contraste 2001)
- Eine Novelle über die Zukunft, über Gentechnologie, Liebe, Totalitarismus, Widerstand und alles was wichtig ist -
Teil 1 - als HTML, Teil 2 - als HTML, Teil 3 - als HTML, Teil 4 (Fin) - als HTML, und alles zusammen als ODT, als PDF (Format B6 zum Lesen auf dem Bildschirm), als PDF (Format A4) und als EPub (EBook).







Erstausgabe 2001
Spiegelung & Verbreitung der Texte sind ausdrücklich gewünscht
Anarchistische Literatur, Lyrik, Texte und Theaterstücke
für das 21. Jahrhundert
HerausgeberInnengemeinschaft
Paula & Karla Irrliche
Seit 2001


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Und noch eine Links zu einigen interessanten Quellen im Internet

Bürgerrechte, Gentechnikkritik, die Kritik der Disziplinartechnologien und der Biopolitik der bürgerlichen Gesellschaft

Michel Foucault definiert Biopolitik, als die auf den Körper der Menschen und die Bevölkerung ausgerichtete Politik. Dazu gehören Politiken, die direkt auf den Körper der einzelnen gerichtet sind, auf seine Optimierung, Disziplinierung, Steigerung seiner Produktivität - z.B. historisch die Politiken mit denen der moderne Begriff einer linearen mechanisch messbaren Zeit in das Körperselbstbild eingeschrieben wurde und Politiken der Arbeitsdisziplinierung (Tretmühlen), aktueller fallen hier drunter z.B. die Durchsetzuung von Politiken des Selbstmagangement des Körpers als Körperkapital oder die Diskurse um die Herrstellung von Schönheit (Durchsetzung der selbstverständlichen Akzeptanz von Schönheitsoperationen usw.). Unter die auf den Bevölkerungskörper insgesamt ausgerichteten Politiken fallen z.B. die Gesundheitspolitiken - Beispiel AntiraucherInnenpolitik -. Dabei wird mit jeder dieser Politiken das Subjekt selbst umstrukturiert, bzw. dies zumindest versucht. Genau diesen Punkt teilt die Biopolitik mit der Überwachungstechnologie und in einer Zeit, in der versucht wird eine technokratische Daten fixierte Selbststeuerung der Subjekte durchzusetzen, verschmelzen diese Bereiche darüber hinaus.
Auf diese Zusammenhänge versucht der Text von Carlotta hinzuweisen. Hier nun noch einige Hinweise auf Quellen und Theorietexte, die Hintergrundinformationen zu den aufgegriffenen Themen liefern - dies alles sind Verweise auf externe Quellen im Internet.

- Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. - Das FIFF ist eine seit den 1980er Jahren aktive politisch kritische Organisation von InformatikerInnen, die sich mit den Folgen der Informationstechnologien für die Gesellschaft auseinandersetzt aus einer emanzipativen Perspektive des Schutzes von BürgerInnenrechten.

- Institut für Bürgerrechte & öffentliche Sicherheit e.V. - Mit ihrer Veröffentlichung CILIP setzt sich das Institut auf hohem inhaltlichem Niveau seit mehreren Jahrzehnten vor allem kritisch mit der Arbeit der Polizei und der Gesetzgebung in der Bundesrepublik und ihren Auswirkungen auf Bürgerrechte auseinander. Hier finden sich auch detaillierte Kritiken aus juristischer Perspektive.

- The Rise of the Participatory Panopticum - Dieser Text wies schon frühzeitig auf eine Entwicklung im Zeitalter des Web 2.0 hin bei der die klassische Zentralperspektive der Überwachung durch eine teilnehmende gegenseitige Überwachung bzw. sogar Eigenüberwachung abgelöst wird. Ein Text der aufzeigt, dass modern ganz andere Überwachungsgesellschaften als der orwellsche Zentralapparat zu fürchten sind.

- Exkludierende Toleranz oder: Der halbierte Erfolg der "akzeptierenden Drogenarbeit" - Henning Schmidt-Semisch und Jan Wehrheim. Widersprüche Heft 103 - Henning Schmidt-Semisch ist ein sehr pointierter und genau beobachtender Kritker der modern wieder stärker werdenden Verbotsgesellschaft und der mit ihr verbundenen Politik der Straflust und Ausgrenzung.
Die Zeitschrift WIDERSPRÜCHE ist ein Forum für Theorie & Politik des Sozialen, Kritik & Kontroverse sowie Entwürfe alternativer Praxis. WIDERSPRÜCHE informiert viermal jährlich kritisch, theorieorientiert & praxisnah zu einem Schwerpunktthema.

- Gen-ethisches Netzwerk - für Verantwortung in Wissenschaft und Forschung! - Die HerausgeberInnen des GID gehören zu den langjährigen kritischen BegleiterInnen nicht nur der Gentechnologie, sondern der Biopolitik insgesamt in Deutschland. Dabei werden sowohl feministische, als auch Kapitalismus kritische Positionen mit einbezogen.

- Texte zur Gentechnologiekritik / Biopolitik - Die auf der Webseite des AK-Biopolitik gesammelten Texte geben einen guten ersten Einblick ins Thema auf hohem Theorieniveau.

- Biokapitalismus und Inwertsetzung der Körper. Perspektiven der Kritik - Susanne Lettow - Ein Text der aufzeigt, was gerade aktuell im Bereich Biopolitik diskutiert werden müsste.

- Postscriptum über die Kontrollgesellschaft - Gilles Deleuze - Trotz seines Alters ein Text, der nach wie vor KritikerInnen der Kontrollgesellschaft auf Grund der Radikalität der Kritik ungewohnte aber hoch aktuelle Perspektiven liefern kann.

- Lehrstuhl für Wahnsinn / Irrenoffensive - Nicht zuletzt der Umgang mit den 'Irren' zeigt die Defizite dieser Gesellschaft und ihr Versagen bzgl. des eigenen bürgerrechtlichen Anspruches.


















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Zuletzt aktualisiert 10.07.2017



Feminismus, Science Fiction. 2084 - Ein feministischer Science Fiction von Carlotta - über; Gen Gene Genetik Biopolitik Repression Totalitarismus Geschlecht Rauchen Freiheit Widerstand Terrorist Terrorismus Revolution Antisexismus Überwachung Überwachungsstaat anarchie anarchismus anarchistisch


























Feminismus & SCIENCE Fiction


Viele Menschen können sich eine zukünftige Zivilisation ohne Sexismus vorstellen.

Die meisten Menschen können sich aber keine zukünftige Zivilisation ohne Computer vorstellen.

Feminismus und SCIENCE Fiction wird entweder in Richtung einer feministischen Utopie formuliert, der SCIENCE Fiction Anteil der Geschichte ist dann nur Anhang einer Gesellschaftsutopie des Feminismus, oder umgekehrt, geschrieben werden SCIENCE Fiction mit einer feministischen Ummantelung, der Feminismus ist dann nur Beiwerk eines normalen SCIENCE Fiction. Manchmal wird auch im feministischen SCIENCE Fiction Technologie unter den Gesichtspunkt der Naturwissenschafts- und Technologiekritik des Feminismus diskutiert, bzw. die Kritik des Feminismus an Wissenschaft und Technik wird im SCIENCE Fiction bebildert.

Real heißt das, es gibt keine feministischen SCIENCE Fiction im engeren Sinn der Fiction einer Zukunft einer feministischen SCIENCE.
Ein Grund ist hier sicher der Mangel an positiven Alternativen zur heterosexistischen Norm der Technologieentwicklung, der Mangel an einer Verbindung von Feminismus, Naturwissenschaft & Technologie jenseits der Kritik.

Ist ein (feministischer SCIENCE) Fiction, also die Fiction einer vom Feminismus bestimmten Wissenschafts- und Technologieentwicklung, denkbar, oder nur ein feministischer (SCIENCE Fiction), also eine feministische Fiction über DIE Wissenschafts- und Technologieentwicklung?

Die Frage betrifft nicht allein den Feminismus. Tatsächlich steht hier im Hintergrund die Frage, ob es jenseits einer heterosexistisch patriarchale Technikphantasmen abfeiernden SCIENCE Fiction Literatur auch SCIENCE Fiction Literatur gibt/geben könnte, die eine substantiell alternative Naturwissenschafts- und Technologieentwicklung imaginiert, sei sie nun feministisch, anarchistisch, oder ..

Damit steht die Frage im Raum, nach einer alternativen Naturwissenschafts- und Technologieentwicklung.
Muß Naturwissenschaft und Technologie sexistisch strukturiert sein, wie das zur Zeit der Fall ist, und in der Naturwissenschaftskritik des Feminismus dargestellt ist?
Muß SCIENCE Fiction entsprechend auf der Feier oder Kritik dieser sexistischen Technologie und ihrer Utopien basieren?

Dies zu behaupten ist naiv dogmatisch.

Das Problem ist keines der Möglichkeit, sondern der Fähigkeit von Feminismus und SCIENCE Fiction. Eine alternative Technologie und Naturwissenschaft, noch dazu im Sinne des Feminismus, zu imaginieren erfordert das Aufbrechen von Tabus.

Da DIE Naturwissenschaft die Kirche der Neuzeit ist, darf im SCIENCE Fiction zwar über ihre Zukünfte diskutiert werden, also über DEN richtigen Weg. DIE Naturwissenschaft darf auch grundlegend kritisiert werden, aus einer grundlegenden Skepsis gegenüber Naturwissenschaft und Technologie und im Sinne eines 'Zurück zur Natur'.
Im SCIENCE Fiction aber eine Alternative einzufordern wäre Häresie.

Da es gelungen ist dem Feminismus ideologisch das Etikett irrational anzuheften, ist auch im Feminismus das Tabu, Alternativen zur bestehenden Technologie zu denken, groß.
Während die Kritik des Feminismus an Naturwissenschaft- und Technologie, sei es in feministischen SCIENCE Fiction oder in Theorietexten und empirischen Arbeiten der Wissenschaftsforschung, sich als rationaler Metadiskurs der 'rationalen' Naturwissenschaft leicht von diesem Vorwurf befreien kann, ist jede Formulierung von feministischen Alternativen davon bedroht als irrational, esoterisch, naiv, usw. diffamiert zu werden.

Der Feminismus müßte sich zuerst von dieser Angst emanzipieren und die Zuweisungen an den Feminismus, die ihn auf eine emotionale Ergänzungswissenschaft reduzieren, zurückweisen. Dies geschieht im Feminismus zum Teil, aber mit der Kritik am emotionalen Reduktionismus eines Teils der feministischen Bewegung werden meist auch gleich alle anderen Alternativen zur herrschenden sexistischen Rationalität verworfen.

Der Science Fiction könnte für den Feminismus ein interessantes Feld sein, Utopien einer feministischen SCIENCE rational zu diskutieren. Im Gegensatz zu WissenschaftlerInnen können SCIENCE Fiction AutorInnen den Vorwurf der Irrationalität gelassen sehen, beeinflußt er doch Absatz und Wirkung eines SCIENCE Fiction nur marginal.


Anna Irrliche, 2008