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Carlotta

2084

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Eine Polit-Science-Fiction-Fortsetzungs-Soap-Novelle

2084
(Erstveröffentlichung - Contraste 2001)
- Eine Novelle über die Zukunft, über Gentechnologie, Liebe, Totalitarismus, Widerstand und alles was wichtig ist -
Teil 1 - als HTML, Teil 2 - als HTML, Teil 3 - als HTML, Teil 4 (Fin) - als HTML, und alles zusammen als ODT, als PDF (Format B6 zum Lesen auf dem Bildschirm) und als PDF (Format A4).





Erstausgabe 2001
Anarchistische Texte für das 21. Jahrhundert
HerausgeberInnengemeinschaft
Paula & Karla Irrliche
Seit 2001



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Feminismus & SCIENCE Fiction











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Zuletzt aktualisiert 30.10.14



Feminismus, Science Fiction. 2084 - Ein feministischer Science Fiction von Carlotta - über; Gen Gene Genetik Biopolitik Repression Totalitarismus Geschlecht Rauchen Freiheit Widerstand Terrorist Terrorismus Revolution Antisexismus Überwachung Überwachungsstaat


























Feminismus & SCIENCE Fiction


Viele Menschen können sich eine zukünftige Zivilisation ohne Sexismus vorstellen.

Die meisten Menschen können sich aber keine zukünftige Zivilisation ohne Computer vorstellen.

Feminismus und SCIENCE Fiction wird entweder in Richtung einer feministischen Utopie formuliert, der SCIENCE Fiction Anteil der Geschichte ist dann nur Anhang einer Gesellschaftsutopie des Feminismus, oder umgekehrt, geschrieben werden SCIENCE Fiction mit einer feministischen Ummantelung, der Feminismus ist dann nur Beiwerk eines normalen SCIENCE Fiction. Manchmal wird auch im feministischen SCIENCE Fiction Technologie unter den Gesichtspunkt der Naturwissenschafts- und Technologiekritik des Feminismus diskutiert, bzw. die Kritik des Feminismus an Wissenschaft und Technik wird im SCIENCE Fiction bebildert.

Real heißt das, es gibt keine feministischen SCIENCE Fiction im engeren Sinn der Fiction einer Zukunft einer feministischen SCIENCE.
Ein Grund ist hier sicher der Mangel an positiven Alternativen zur heterosexistischen Norm der Technologieentwicklung, der Mangel an einer Verbindung von Feminismus, Naturwissenschaft & Technologie jenseits der Kritik.

Ist ein (feministischer SCIENCE) Fiction, also die Fiction einer vom Feminismus bestimmten Wissenschafts- und Technologieentwicklung, denkbar, oder nur ein feministischer (SCIENCE Fiction), also eine feministische Fiction über DIE Wissenschafts- und Technologieentwicklung?

Die Frage betrifft nicht allein den Feminismus. Tatsächlich steht hier im Hintergrund die Frage, ob es jenseits einer heterosexistisch patriarchale Technikphantasmen abfeiernden SCIENCE Fiction Literatur auch SCIENCE Fiction Literatur gibt/geben könnte, die eine substantiell alternative Naturwissenschafts- und Technologieentwicklung imaginiert, sei sie nun feministisch, anarchistisch, oder ..

Damit steht die Frage im Raum, nach einer alternativen Naturwissenschafts- und Technologieentwicklung.
Muß Naturwissenschaft und Technologie sexistisch strukturiert sein, wie das zur Zeit der Fall ist, und in der Naturwissenschaftskritik des Feminismus dargestellt ist?
Muß SCIENCE Fiction entsprechend auf der Feier oder Kritik dieser sexistischen Technologie und ihrer Utopien basieren?

Dies zu behaupten ist naiv dogmatisch.

Das Problem ist keines der Möglichkeit, sondern der Fähigkeit von Feminismus und SCIENCE Fiction. Eine alternative Technologie und Naturwissenschaft, noch dazu im Sinne des Feminismus, zu imaginieren erfordert das Aufbrechen von Tabus.

Da DIE Naturwissenschaft die Kirche der Neuzeit ist, darf im SCIENCE Fiction zwar über ihre Zukünfte diskutiert werden, also über DEN richtigen Weg. DIE Naturwissenschaft darf auch grundlegend kritisiert werden, aus einer grundlegenden Skepsis gegenüber Naturwissenschaft und Technologie und im Sinne eines 'Zurück zur Natur'.
Im SCIENCE Fiction aber eine Alternative einzufordern wäre Häresie.

Da es gelungen ist dem Feminismus ideologisch das Etikett irrational anzuheften, ist auch im Feminismus das Tabu, Alternativen zur bestehenden Technologie zu denken, groß.
Während die Kritik des Feminismus an Naturwissenschaft- und Technologie, sei es in feministischen SCIENCE Fiction oder in Theorietexten und empirischen Arbeiten der Wissenschaftsforschung, sich als rationaler Metadiskurs der 'rationalen' Naturwissenschaft leicht von diesem Vorwurf befreien kann, ist jede Formulierung von feministischen Alternativen davon bedroht als irrational, esoterisch, naiv, usw. diffamiert zu werden.

Der Feminismus müßte sich zuerst von dieser Angst emanzipieren und die Zuweisungen an den Feminismus, die ihn auf eine emotionale Ergänzungswissenschaft reduzieren, zurückweisen. Dies geschieht im Feminismus zum Teil, aber mit der Kritik am emotionalen Reduktionismus eines Teils der feministischen Bewegung werden meist auch gleich alle anderen Alternativen zur herrschenden sexistischen Rationalität verworfen.

Der Science Fiction könnte für den Feminismus ein interessantes Feld sein, Utopien einer feministischen SCIENCE rational zu diskutieren. Im Gegensatz zu WissenschaftlerInnen können SCIENCE Fiction AutorInnen den Vorwurf der Irrationalität gelassen sehen, beeinflußt er doch Absatz und Wirkung eines SCIENCE Fiction nur marginal.


Anna Irrliche, 2008